Medizinethik-Symposium im FoKoS: Auf dem Weg zur Datenmedizin?

Am 28. November findet im Forschungskolleg der Universität Siegen die Auftaktveranstaltung der Themenreihe „Mensch und Daten“ statt. Im Rahmen des Symposiums zur Medizinethik wird die Datenmedizin von Experten aus ethischer und rechtlicher Perspektive beleuchtet. Zum Symposium „Auf dem Weg zur Datenmedizin? Interdisziplinäre Herausforderungen für die Gesundheitsforschung und -versorgung“ ist eine Anmeldung erforderlich.

Dass sich immer weniger Hausärzte auf dem Land niederlassen wollen, ist eine Entwicklung, die sich in vielen Regionen vollzieht. Da die Problematik nicht an Ländergrenzen haltmacht, möchte man im Dreiländereck Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen gemeinsam digitale Lösungen im gesundheitlichen Umfeld erproben und evaluieren. Deshalb wurde im Forschungskolleg der Universität Siegen die Digitale Modellregion Gesundheit Dreiländereck ins Leben gerufen, bei der telemedizinische Projekte im Vordergrund stehen.

Die Datenmedizin steht für neue, moderne Versorgungsformen und kann die Zukunft der ländlichen Versorgung deutlich unterstützen. Insgesamt kann der Einsatz von Big Data und KI Medizin und Gesundheitsforschung sowie -versorgung radikal verändern. Diese Entwicklung bietet enormes Potential für einzelne Patienten wie für die Gesundheit der Bevölkerung. Zugleich wird auf die Digitale Medizin mit Befürchtungen reagiert, die beispielsweise den Datenschutz und die ethische Dimension betreffen. Beide Perspektiven sollten mitgedacht und diskutiert werden, weshalb das Forschungskolleg der Universität Siegen (FoKoS) im November 2019 zum Symposium zur Medizinethik einlädt:

Auf dem Weg zur Datenmedizin? Interdisziplinäre Herausforderungen für die Gesundheitsforschung und -versorgung

28. November 2019 ab 17:00 Uhr

Forschungskolleg „Zukunft menschlich gestalten“ der Universität Siegen

Weidenauer Straße 167

57076 Siegen

Im Zentrum der Veranstaltung steht eine Keynote des Theologen und Ethikers Prof. Dr. Peter Dabrock. Dieser erörtert die zentrale Rolle der Ethik, um in Medizin und Gesundheitsforschung und -versorgung die technologischen Entwicklungen so zu gestalten, dass die digitale Selbstbestimmung (Datensouveränität) des Einzelnen gewahrt, Innovation nicht gehindert und das Gemeinwohl gefördert wird. In weiteren Vorträgen beschäftigen sich außerdem Prof. Dr. Rainer Brück, Prof. Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann und Sebastian Schramm (Bundeskoordinator für Gesundheitspolitik der bvmd) mit dem Thema Datenmedizin. Alle Redner nehmen im Anschluss an einer Podiumsdiskussion teil.

Das gesamte Programm finden Sie hier.

Nach dem Symposium laden wir zu einem Empfang ein. Der Eintritt ist frei. Bitte melden Sie sich über unsere Webseite bis zum 26. November 2019 zur Veranstaltung an: anmeldung.fokos.de

Der Hintergrund: Das Forschungskolleg und die Lebenswissenschaftliche Fakultät der Universität Siegen haben in Kooperation mit Kommunen, Landkreisen, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen Projekte entwickelt, die auf der Grundlage eines Datenmodells neue Versorgungsformen im Rahmen telemedizinischer Ansätze abbilden. Das telemedizinisch gestützte Datenmodell, das diesem Ansatz zugrunde liegt, verlangt allerdings eine medizinethische Betrachtung. Mit dem Symposium wird versucht, eine Einordnung der Thematik zwischen gesundheitlichem Nutzen und einer ethisch ausgerichteten kritischen Betrachtung vorzunehmen. Dahinter steht die Überzeugung, dass die zukunftsweisenden Möglichkeiten nur verwirklicht werden können, wenn von vornherein vertrauensbildende rechtliche und ethische Standards berücksichtigt und auch technisch umgesetzt werden.

 

Text: Finja Walsdorff
Foto: Dt. Ethikrat/R. Zensen

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