Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Siegener Projektvorhaben „Gut versorgt in NRW – Innovative und digital unterstützte Gesundheitsversorgung vor dem Hintergrund des herausfordernden demografischen Wandels“. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt (FuE-Projekt) der Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck (DMGD) der Universität Siegen, das gemeinsam mit dem Institut für Digitale Allgemeinmedizin der RWTH Aachen und dem Lehrstuhl für Didaktik und Bildungsforschung im Gesundheitswesen der Universität Witten/Herdecke konzipiert wurde, zielt darauf ab, die hausärztliche Versorgung durch KI-gestütztes Monitoring von Gesundheitsdaten zu entlasten und nachhaltig zu verbessern.
Die Universität Siegen hat vom Land Nordrhein-Westfalen eine Förderung für das Projektvorhaben „Gut versorgt in NRW – Innovative und digital unterstützte Gesundheitsversorgung vor dem Hintergrund des herausfordernden demografischen Wandels“ in Aussicht gestellt bekommen. Prof. Dr. Stefanie Reese, Rektorin der Universität Siegen, hatte das Konzept gemeinsam mit Dr. Olaf Gaus, dem geschäftsführenden Leiter der DMGD, im Düsseldorfer Landtag vorgestellt, unterstützt durch Jens Kamieth MdL, CDU-Landtagsabgeordneter für Burbach, Freudenberg, Neunkirchen und Siegen. Kamieth sprach sich positiv über das Vorhaben aus und sieht darin eine Stärkung der hausärztlichen Versorgung für die ländliche Region. Mit dem baldigen Start des dreijährigen FuE-Projekts zum Aufbau einer „Digitalen Praxis“ als telemedizinisches Zentrum in Kooperation mit der RWTH Aachen, der Universität Witten/Herdecke, der Otto-von-Guericke-Universität (Projektevaluation) sowie der neuen zentralen wissenschaftlichen Einrichtung „Zentrum für interdisziplinäre Gesundheitsforschung“, welche sich aktuell in Gründung befindet, stärkt die Universität Siegen ihr Engagement in Forschung und Entwicklung in der Gesundheitsforschung.
Ziel des Projekts „Gut versorgt in NRW“ ist die Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines KI-basierten Versorgungskonzepts zur Unterstützung der hausärztlichen Betreuung in ländlichen Regionen. Infolge des demografischen Wandels und der Zunahme chronischer Erkrankungen steht die hausärztliche Versorgung insbesondere in ländlichen Regionen vor erheblichen Herausforderungen. Um die Versorgung zukünftig sicherzustellen, bestehende Prozesse zu verbessern und Ressourcen effizienter einzusetzen, bedarf es daher innovativer Lösungen wie der Entwicklung digitaler Angebote, vereint mit Methoden der Künstlichen Intelligenz. Hier setzt „Gut versorgt in NRW“ an, indem ein KI-gestütztes Vitaldatenmonitoring in den Praxisalltag integriert werden soll. Dabei werden kontinuierlich erfasste Gesundheitsparameter in Echtzeit analysiert und in Handlungsempfehlungen überführt, die den Ärzt*innen als Grundlage für die weitere Diagnostik, Priorisierung und Verlaufskontrolle zur Verfügung stehen. Damit leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Primärversorgung und liefert eine Antwort auf drohende Versorgungsengpässe: Die Versorgungsqualität soll verbessert, Krankenhausaufenthalte vermieden und damit letztlich medizinisches Personal entlastet werden.
Das Projektkonzept wurde maßgeblich von der DMGD der Universität Siegen unter Leitung von Dr. Olaf Gaus, Prof. Dr.-Ing. Kai Hahn und Dr. Christian Weber gemeinsam mit Prof. Dr. med. Martin Mücke vom Institut für Digitale Allgemeinmedizin der RWTH Aachen, Prof. Dr. med. vet. Jan Ehlers, Lehrstuhl für Didaktik und Bildungsforschung im Gesundheitswesen der Universität Witten-Herdecke sowie PD Dr. Thomas Neumann, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, entwickelt. Als weitere Partner sind Technologieunternehmen, hausärztliche Praxisnetzwerke, Krankenkassen und weitere Forschungseinrichtungen, u. a. zur Evaluation, in das Vorhaben eingebunden.
„Gut versorgt in NRW“ baut auf dem Konzept der „Digitalen Praxis“ auf, welches von der DMGD zusammen mit der gleichnamigen interdisziplinären Forschungsgruppe entwickelt wurde. Gemeinsam mit Partnern aus der Gesundheitsversorgung, Politik und Wirtschaft wurden bereits Vorstudien durchgeführt, die auf die Vision von einem sektorenübergreifenden telemedizinischen Zentrum mit angeschlossenem Netzwerk aus ambulanten, stationären und pflegerischen Versorgern und zu Versorgenden einzahlen. Im Rahmen von „Gut versorgt in NRW“ wird nun die Campuspraxis der RWTH Aachen als „Digitale Praxis“ fungieren und damit eine entscheidende Schnittstelle für die neue digital unterstützte Versorgungsform bilden.
Mehr Informationen zum Konzept „Digitale Praxis“ finden Sie hier:











