Kick-off des Medizintechnik-Planspiels „MedTech Start-up“

Kick-off des Planspiels 2026

Am 15. April fand die Auftaktveranstaltung des diesjährigen Planspiels „MedTech Start-up“ statt, bei der sich die beteiligten Unternehmen aus dem Bereich Medizintechnik und ‑informatik vorstellten. Das interaktive Lehrformat, bei dem Studierende spielerisch Kompetenzen in den Bereichen Unternehmensgründung und Produktentwicklung erwerben, findet bereits zum fünften Mal statt. Zum Start erläuterten die Dozenten die diesjährige Aufgabenstellung und das Entrepreneurship Center der Universität Siegen präsentierte seine Angebote, mit denen es die Studierendenteams in der Projektphase unterstützen wird.

Mit dem Kick-off am 15. April startet das diesjährige Planspiel „MedTech Start-up“ für die Studierenden des Bachelorstudiengangs Digital Biomedical and Health Sciences (DBHS) an der Universität Siegen. Wie auch in den vergangenen Jahren werden die Teilnehmenden in der anstehenden Projektphase Konzepte für innovative Medizinprodukte ausloten und dazu vollständige Businesspläne ausarbeiten – unterstützt durch Unternehmen aus den Branchen Medizintechnik und -informatik sowie durch das Entrepreneurship Center der Universität Siegen. Damit bietet sich den Studierenden schon zu einem frühen Zeitpunkt im Studium die Gelegenheit, praktische Erfahrungen mit dem Thema Gründung zu sammeln und Kontakte in die Wirtschaft zu knüpfen.

Angeleitet wird das Planspiel von einem dreiköpfigen Dozenten-Team: Prof. Dr.-Ing. Kai Hahn und Dr. Christian Weber sind Leiter der Arbeitsgruppe Medizinische Informatik und Graphbasierte Systeme (.MIGS) an der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät. Dr. Olaf Gaus ist Geschäftsführer des neuen Zentrums für interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZiGS) und Projektleiter der Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck (DMGD). Gemeinsam stellten sie die diesjährige Aufgabenstellung und den Ablauf des Planspiel näher vor. Die Studierendenteams sind bei Konzeption ihres Medizinprodukts grundsätzlich frei, sollen sich jedoch an aktuellen Trends und Technologien wie Big Data oder KI orientieren und darstellen, inwieweit ihr Produkt bestehende Versorgungsprozesse ergänzen oder optimieren könnte. Hierzu bietet das DMGD-Versorgungsmodell „Digitale Praxis“ viele Anknüpfungspunkte.

In diesem Jahr unterstützt auch das Entrepreneurship Center der Universität Siegen die Gruppen intensiv bei ihrer Projektarbeit. Dazu präsentierte Felix Becker, Gründungsberater und Coach, das breite Angebotsspektrum von Co-Working-Spaces über Workshops zu Gründungsthemen und individueller Förderberatung bis hin zum Akzeleratorprogramm für vielversprechende Businessideen.

Vorstellung der beteiligten Unternehmen 
Für das Planspiel konnten vier Unternehmen mit unterschiedlichem Produkt- und Dienstleistungsportfolio gewonnen werden, die ebenfalls über große Expertise im Bereich Geschäftsmodellentwicklung und Innovation verfügen. Die Ansprechpartner waren vor Ort dabei oder virtuell zugeschaltet und stellten sich den Studierenden vor.

Die Conze Informatik GmbH aus Siegen ist auf die Entwicklung von User Interfaces spezialisiert und bietet Software-Systeme sowie Cloud-Dienste insbesondere für Kunden aus den Bereichen Medizintechnik und Healthcare an. Thomas Bollmann, New Business Manager, führte durch das Portfolio des Unternehmens und wird als direkter Ansprechpartner eines der Teams über die anstehende Projektlaufzeit begleiten. Conze nimmt bereits zum zweiten Mal als kooperierendes Unternehmen am Planspiel teil. 2024 entwickelte dessen Team eine appbasierte Plattform zur Medikamentenplanung und -einnahme.

Die INCH Health GmbH aus Berlin bietet unter anderem eine Online-Plattform zur Förderung des interprofessionellen Austauschs zwischen Klinik und Industrie in Verbindung mit Patient*innenmonitoring an. Dominic Hillerkuss, Product & Value Manager Digital Health, erklärte, es gehe vor allem darum, die Zukunft des Gesundheitswesens aktiv mitzugestalten und digitale Innovationen in die klinische Praxis zu bringen.

Die Medisanté Group AG aus Luzern in der Schweiz wurde von Gilles Lunzenfichter, CEO, vorgestellt. Das Unternehmen hat sich auf das Konzept ‚Hospital@Home‘ spezialisiert. Der Medisanté Hub (M+ Hub), eine mobilfunkbasierte medizinische Cloud-Infrastruktur, ermöglicht die Zusammenfassung und Weiterverarbeitung von Daten verschiedener medizinischer Geräte, die Gesundheitsdienstleister ohne komplizierte Konfiguration für Patient*innen bereitstellen können.

Die NursIT Institute GmbH aus Berlin entwickelt unter anderem KI-basierte Software für den Pflegebereich. Die interoperable, automatisierte und KI-gesteuerte Pflege- und Behandlungssoftware careIT hat zum Ziel, den Dokumentationsaufwand für Pflegefachkräfte und Ärzt*innen zu reduzieren und dadurch die Pflegequalität zu steigern. Alexander Kaps, verantwortlich für den Bereich Sales & Strategy, stellte das Produktportfolio näher vor und wird gemeinsam mit Vertriebsleiter Carsten Schmid das Mentoring für eines der Studierendenteams übernehmen.

Weiterer Ablauf der Gruppenarbeit        
In den kommenden Wochen vermitteln die Dozenten wichtige theoretischen Grundlagen zu den Themen Businessplan, Organisationsentwicklung und Innovation. Parallel starten die Teams mit dem Brainstorming für mögliche Produktideen. Mit Unterstützung des Entrepreneurship Centers und des jeweiligen Partnerunternehmens werden die Konzepte weiter ausdifferenziert. Am 1. Juli präsentieren die Gruppen dann ihre finalen Businesspläne mit Finanzkonzept. Dabei müssen sie nicht nur Dozenten und Unternehmensvertreter*innen von ihrer Produktinnovation überzeugen, sondern erhalten auch Feedback von einer externen Fachjury.

Mehr Informationen zum Planspiel als innovatives Lehrkonzept     
Das Planspiel ist Teil des Moduls „Medizintechnik“ im Bachelor-Studiengang „Digital Biomedical and Health Sciences“ der Universität Siegen. Die Veranstaltung „MedTech Start-up“ findet bereits zum fünften Mal statt und legt den thematischen Fokus auf Lösungen für eine digital unterstützte Gesundheitsversorgung. Dank des interaktiven Lehrformats können die Studierenden bereits früh im Studium zentrale Kompetenzen wie Selbstorganisation, interdisziplinäres Denken und Teamorientierung erwerben. Unter praxisnahen Bedingungen setzen sie sich mit wirtschaftlichen Denkweisen auseinander, entwickeln marktfähige Konzepte und trainieren unternehmerisches Handeln – begleitet von wissenschaftlicher Reflexion und fundierten Lehrinhalten. Mehr zu den Produktkonzepten der Studierenden-Teams aus den letzten Jahren finden Sie hier: Planspiel 2025 | Planspiel 2024 | Planspiel 2023 | Planspiel 2022

 

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