Am 6. und 7. Mai besuchte Dr. Olaf Gaus, Geschäftsführer des neuen Zentrums für interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZiGS) und Projektleiter der Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck (DMGD) der Universität Siegen, den Gesundheitskongress des Westens 2026 in Köln. Unter dem Motto „Produktivität freisetzen, Ambitionen leben!“ diskutierten etwa 800 Vertreter*innen aus Politik, Selbstverwaltung, Krankenkassen, Krankenhäusern, Wissenschaft und Versorgung über die Zukunft des Gesundheitswesens.
Dr. Olaf Gaus, Geschäftsführer des ZiGS und Projektleiter der DMGD der Universität Siegen, nahm am Gesundheitskongress des Westens 2026 in Köln teil. Dem Motto „Produktivität freisetzen, Ambitionen leben!“ folgend, tauschte er sich an zwei Tagen mit den Teilnehmenden vor Ort über zentrale Herausforderungen im Gesundheitswesen aus. Im Fokus standen insbesondere Ressourcenfragen und die Modernisierung von Strukturen, welche die ambulante und stationäre Versorgung weiterentwickeln und mehr Raum für Innovation schaffen sollen.
Angesichts der systemischen Herausforderungen brachte Olaf Gaus den Aspekt der gesundheitlichen Prävention ein und die Bedeutung einer zukünftig stärker zu etablierenden sowie digital unterstützen Self-Care-Initiative via Daten-Selbstmonitoring. Ein solcher Zugang zur verbesserten Prävention auf Grundlage selbst vermessener Gesundheitsdaten hat zudem das Potenzial, Sektorengrenzen zu überwinden und derzeit bestehende systemische Kooperations- und Kommunikationsdefizite zu mindern.
Während des Kongresses wurde im Hinblick auf die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung intensiv über das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz diskutiert. So kritisierte Prof. Josef Hecken, Unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und Vorsitzender des Innovationsausschusses, die geplanten Sparmaßnahmen. Er betonte die Notwendigkeit einer kurzfristigen Stabilisierung der GKV-Finanzen, warnte aber davor, durch die finanziellen Kürzungen wichtige Strukturen für zukünftige Reformen wie das Primärversorgungssystem zu schwächen. Darüber hinaus waren die am 22. April im Bundeskabinett verabschiedete Notfallreform sowie die Herausforderungen der Pflegereform relevante Themen des diesjährigen Kongresses.
In der Abschlussveranstaltung „Qualität. Produktivität. Wettbewerbsfähigkeit. Warum Deutschland sein Gesundheitssystem neu denken muss“ bezeichnete Kongresspräsident Prof. Dr. med. Dr. h.c. Karl Max Einhäupl das deutsche Gesundheitssystem als eines der besten weltweit. Dabei machte er sehr deutlich, wie akut Veränderungsprozesse in der Versorgungsstruktur gebraucht werden.
Der Gesundheitskongress des Westens fand in diesem Jahr bereits zum 20. Mal statt und gilt als etablierte Plattform für den interdisziplinären Austausch im Gesundheitswesen. Der nächste Kongress wird am 20. und 21. April 2027 in Köln stattfinden.











